Das MoQuaVo Manual

Ein Handbuch zur Arbeit mit Freiwilligen im Bereich Suchtprävention


Das MoQuaVo-Handbuch bietet praktische Leitlinien und Handlungsstrategien für die Freiwilligenarbeit. Das Handbuch ist Hauptbestandteil eines europäischen Projektes, welches es sich zur Aufgabe gesetzt hat, die Motivation und Ausbildung von Freiwilligen im Bereich der Suchtprävention zu fördern.
Das MoQuaVo-Handbuch richtet sich an verantwortliche Leiter und Organisatoren der Freiwilligenarbeit. Neben einem kurzen Überblick über die aktuelle Situation der Freiwilligenarbeit und der Suchtprävention liegt der Schwerpunkt des Buchs auf praxisnahen Leitlinien und Handlungsanweisungen im Hinblick auf die Motivation und Qualifikation von Freiwilligen sowie auf die Evaluation der Freiwilligentätigkeit.

Der Aufbau des Handbuchs

Das Handbuch spricht unterschiedlichste Themen an, die die Arbeit mit Freiwilligen betreffen und sonst meist in getrennten Büchern behandelt werden. Die Kapitel können unabhängig voneinander genutzt und spezifische Themen einzeln bearbeitet werden.

Welche Inhalte erwarten Sie in diesem Handbuch?

Die Kapitel lassen sich in drei Kategorien einteilen: Hintergrundinformationen, Kerninhalte und weitere Informationen.

Zunächst wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Freiwilligentätigkeit und der Suchtprävention gegeben. Die Charta für freiwilliges Engagement im Bereich der Suchtprävention fasst das Verständnis der MoQuaVo-Projektpartner zusammen. Ausschnittsweise werden einige Befragungsergebnisse des vorangegangenen Projektes dargestellt.

Der Schwerpunkt des Manuals liegt auf den Kapiteln zu Motivation und Qualifikation von Freiwilligen sowie zur Evaluation der Freiwilligenarbeit. Diese Kapitel zeichnen sich durch eine Vielzahl an praktischen Leitlinien, Strategien und Materialien aus. Sie finden Auszüge und Beispiele aus diesen Kapiteln in der vorliegenden Broschüre.

Darüber hinaus enthält das Handbuch exemplarische Spiele und Übungen für die Arbeit mit Freiwilligengruppen. Die MoQuaVo-Projektpartner stellen sich vor und präsentieren exemplarisch einige ihrer Ausbildungskonzepte.

Zum Schluss werden Literaturhinweise zu einzelnen Themen getrennt aufgeführt, die eine weitergehende Lektüre erlauben.

Kennzeichen des Handbuchs

Alles aus einer Hand
Das MoQuaVo-Handbuch repräsentiert ein Kompendium an Themen, die sonst getrennt abgehandelt werden. Da es sehr viele Querverbindungen zwischen den Themen gibt, erschien es sinnvoll, diese Themenbereiche in einem Buch zu vereinen.

Anwendungsorientiert
Das Handbuch ist für die praktische Anwendung gedacht. Daher wurden Checklisten, Handlungsanleitungen und verschiedene Materialien erstellt, die für die eigene Freiwilligenarbeit genutzt werden können. Personen aus der Praxis und Freiwillige haben das Handbuch kritisch durchleuchtet und wertvolle Hinweise gegeben.

Aufgelockert
Die Arbeit mit dem Handbuch soll Spaß machen – darüber waren sich die Projektpartner einig. Die beiden Comic-Figuren Mr. und Mrs. MoQuaVo führen durch das Handbuch und weisen den Leser auf zentrale Aussagen, Handlungstipps und Checklisten hin. Weitere grafische Elemente und Abbildungen  setzen auflockernde Akzente.

Nutzung des Handbuchs
Das Handbuch erscheint auf den ersten Blick sehr umfangreich, da es mehrere Themen in sich vereint. Die Kapitel können jedoch unabhängig voneinander genutzt und spezifische Themen einzeln erarbeitet werden.
Personen, die dieses Buch für nicht-kommerzielle Zwecke und für die Freiwilligen-tätigkeit nutzen, können Materialien und einzelne Unterkapitel kopieren und diese den Freiwilligen zur Verfügung stellen. Der Wert dieses Handbuches liegt in der Verbreitung des darin enthaltenen Wissens.


Motivation

Was motiviert Menschen heute zu einem freiwilligen Engagement im Bereich Suchtprävention?
In den vergangenen Jahrzehnten war ein deutlicher Wandel der Freiwilligentätigkeit spürbar: freiwilliges Engagement ist nicht mehr bloß ein selbstloses Handeln, sondern basiert auf der Reziprozität des Gebens und Nehmens. Die Motivation der Freiwilligen kann also nur gefördert werden, wenn die Erwartungen und Bedürfnisse der Freiwilligen bei der Gestaltung und Organisation der Freiwilligentätigkeit berücksichtigt werden.

Entsprechend berücksichtigt das Motivationskapitel vielfältige Aspekte, die Einfluss auf die Motivation der Freiwilligen ausüben, beispielsweise:
  • Gewinnung von Freiwilligen
  • Organisationsstruktur und grundlegende Ressourcen
  • Kommunikation und Gruppenprozesse
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Anerkennung
Auch auf die Möglichkeiten einer Bedarfsanalyse wird näher eingegangen.


Qualifikation 

Die Motivation der Freiwilligen sowie die Qualität ihrer Tätigkeit ist eng verknüpft mit der Passung von Person und Tätigkeit. Die Anforderungen der Tätigkeit und die individuellen Kompetenzen sollten in Einklang gebracht werden. Soweit zusätzliche Kompetenzen gefordert sind, müssen adäquate Ressourcen zur Verfügung stehen, die es den Freiwilligen ermöglichen, sich neues Wissen und weitere Fertigkeiten anzueigenen.
Das Qualifikationskapitel des Handbuchs beschäftigt sich mit
  • Ausbildungsinhalten
  • der Erfassung des Ausbildungsbedarfs
  • verschiedenen Phasen der Freiwilligenausbildung
  • der Gestaltung und Organisation von Schulungen
  • potentiellen Ausbildern
  • sowie der Evaluation der Ausbildung.
Auch die Grenzen der Freiwilligen-Qualifikation werden diskutiert.


Evaluation der Freiwilligentätigkeit

Freiwillige benötigen Rückmeldung über die Wirkung ihrer Arbeit. Die höchste Anerkennung für die Freiwilligen ist der Erfolg ihrer Tätigkeit und die Dankbarkeit der Zielgruppe.
Gerade im Bereich der Suchtprävention ist es jedoch nicht immer leicht, die Auswirkungen von Maßnahmen und Interventionen direkt zu erkennen. Dokumentation, Monitoring und Evaluation sind daher hilfreiche Methoden wenn es darum geht, die Effekte der Freiwilligentätigkeit sichtbar zu machen und die Aktivitäten anzupassen und zu verbessern. Darüber hinaus sind sie wichtige Aspekte der Qualitätssicherung.
Das Handbuch fokussiert:
  • Möglichkeiten der Dokumentation: Protokolle, Tätigkeitsberichte, Fotos, mündliche Berichte
  • Instrumente und Datenquellen des Monitoring: Statistiken, Fragebogen, Interviews, Fokusgruppen
  • Sinn und Vorteile von Evaluation
Beispielfragebogen und kreative Evaluationsmethoden für die praktische Anwendung werden bereitgestellt.


Charta für freiwilliges Engagement in der Suchtprävention

Die Charta für freiwilliges Engagement im Bereich der Suchtprävention basiert auf der Übereinkunft der Mitglieder des europäischen MoQuaVo-Projekts. Sie orientiert sich an der 'Universal Declaration on Volunteering' (IAVE, 2001) und an verschiedenen anderen Erklärungen zum Ehrenamt. Die Charta beschreibt das Verständnis der Projektpartner von Freiwilligentätigkeit sowie deren Bedeutung für die Gesellschaft und nennt Leitlinien für freiwilliges Engagement, wie sie von den Projektpartnern als wichtig angesehen werden.
Die Charta nimmt Stellung zu folgenden Aspekten:
  • Was ist Freiwilligentätigkeit?
  • Die Bedeutung des Freiwilligenengagements
  • Grundlegende Prinzipien für freiwilliges Engagement
  • Prinzipien für die Organisation
  • Prinzipien für die Freiwilligen
Zentrale Aussagen und Leitsätze werden im Anschluss an die Charta erläutert.


Spiele und Übungen für Gruppen

Spiele und Übungen können helfen, ein Arbeitstreffen oder eine Schulung aufzulockern, neue Konzentration zu gewinnen und Teamgeist zu entwickeln. Inhalte, die die Suchtprävention betreffen, können dabei ebenfalls spielerisch vermittelt werden.
Entsprechend stellt das Handbuch eine Reihe von Spielen und Übungen zu den folgenden Gelegenheiten vor:?
  • Spiele für den Start eines Treffens oder einer Gruppe (Atmosphäre schaffen, Namen lernen, sich kennenlernen, Teamgeist entwickeln)
  • „Fun breaks“ zur Auflockerung von Schulungen und Arbeitstreffen
  • Feedback-Methoden
  • Abschluss eines Treffens